Megalomania – das Brettspiel für B.O.f.H.s … [25/03]
Es ist ein SEHR ruhiger Tag, so daß ich den PJ einlade, unser Brettspiel fortzusetzen, während es noch heiß ist. >Schüttel< >Tap< >Tap< >Tap< >Tap< >Setz<
“Bank’fehler’ zu ihren Gunsten. Kassieren sie 1000 Pfund.”
>Schüttel< >Tap< >Tap<
“VERDAMMT!” sage ich.
“Ooooh, gehen sie in den Band-Safe!”
“Ich habe aber die Safe-Schlüssel-Karte”, erwidere ich und werfe sie auf den Tisch, als der Chef hereinkommt.
…
“Ich fragte mich gerade, ob sie einmal nach meinem PC schauen … I-Ist das ein Spiel?!” fragt der Chef leicht verwirrt.
“Das ist nicht nur ein Spiel”, erwidere ich. “Das ist Megalomania, das ultimative B.O.f.H.-Training.”
“Es ist ein Spiel!” freut er sich. “Ich liebe Brettspiele … NA SOWAS! Das sieht ja aus wie unser Gebäude!” keucht er beim Blick auf das Spielbrett.
“Natürlich ist es das. Jedes Spiel ist so realitätsnah wie möglich. Schauen sie, hier ist sogar der Fleck im Gang vor ihrem Büro – von damals, als der PJ ihnen einen Elektroschock verpaßte.”
“Kann ich mitspielen?” fragt der Chef.
“Das kostet sie 20 Pfund”, antwortet der PJ.
“Wofür?”
“Ausbildungskosten, Spielkartenabgabe, Vergnügungssteuer.”
“GUT. Und worum geht es in dem Spiel?” fragt der Chef und reicht das Geld herüber.
“Es gilt, alle Büros im Gebäude zu übernehmen oder sie zu kompromitieren.”
“Und wie soll das gehen?”
“Um ein Büro zu übernehmen, müssen sie auf dem entsprechenden Feld landen und den bisherigen Eigentümer ausbezahlen, damit er es aufgibt. Dann installieren sie ein Netzwerk, die nötigen Schnittstellen und so weiter. Wenn das Büro eingerichtet ist, haben sie ein Datenzentrum.”
“Warum?”
“Wenn jemand in ihrem Datenzentrum landet, muß er für den Service bezahlen. Je mehr Service sie bieten, desto höher ist die Rechnung.”
“Warum sollte ich in ein Büro gehen, statt im Flur zu bleiben?”
“Weil am Ende jeder Runde der Reinigungs-Roboter kommt und sie in das nächstgelegene Büro stößt.”
“Ach so. Und was bedeutet ‘kompromitieren’?”
“Das bedeutet, daß sie einen Hybrid-PC eingerichtet haben, der in der Lage ist, den Datenverkehr auszuspionieren, wie ein anonymer Internet-Proxy funktioniert und Sprache und Töne aufnehmen kann. Das passiert außerhalb des jeweiligen Büros, aber in dieser Runde können sie das noch nicht einrichten.”
“Diese Runde? Wie lange dauert das Spiel denn?”
“Nun, wir spielen es schon seit rund sechs Monaten. Oh, kompromitierte Büros verfügen übrigens über einen schwarzen Computer.”
“Gut, und wo beginne ich?”
“Im Erdgeschoß, in der Personal-Abteilung. Sie bekommen einen Vorschuß von 1000 Pfund.”
>Schüttel<
“Fünf!”
>Tap< >Tap< >Tap< >Tap< >Tap<
“Posteingang. Kann ich das Büro kaufen?”
“Kompromitiert. Sie müssen dem Bastard fünf Pfund zahlen!”
“Kann jemand einen Tausender wechseln?” grinst der Chef.
“Nein, richtiges Geld”, antwortet der PJ und deutet auf einen Umschlag voller Fünfer. “Deshalb sollten sie kompromitierte Büros meiden.”
“Was wird aus dem Geld?” will der Chef wissen und zieht die fünf Pfund aus seiner Geldbörse als müsser dabei sterben. “Und wieviel ist schon zusammengekommen?”
“Das Geld bekommt der Gewinner am Ende des Spiels, aber sie bekommen zehn Prozent der Summe, wenn es ihnen gelingt, ein Büro zu kompromitieren.” erläutert der PJ. “Und bis jetzt sind … oh … 735 Pfund zusammengekommen.”
“SIEBENHUNDERTFÜNFUNDDREISSIG PFUND!?!” staund der Chef gierig.
“Ja”, antwortet der PJ.
>Schüttel< >Tap< >Tap<
“Rezeption im vierten Stock. Die übernehme ich. Was kostet sie?” will der PJ wissen.
Ich schaue auf die Karte zum betreffenden Büro. “Vier Frauen, alle trinken zur Mittagszeit, das kostet sie jeweils 25 Pfund in Getränken, also 100 Pfund insgesamt!”
“Billig wäre es bei halbem Preis. Nun will ist Glasfaser-Kabel kaufen, die entsprechenden Anschlüsse, eine Ausfallsicherung, einen Switch und ein Server-Regal.”
“100 Pfund, 20 Pfund, 200 Pfund, 100 Pfund und 600 Pfund.”
“SECHSHUNDERT PFUND FÜR EIN VERDAMMTES SERVER-REGAL!” wundert sich der PJ. “Beim letzten Mal waren es noch 300!”
“Ja, aber jetzt sind sie im vierten Stockwerk und der fette Barry will nichts nach oben schleppen, seitdem sie den den Lastenaufzug kompromitiert haben.”
“Ach ja. Gut, also macht das 820 Pfund?”
“1020 Pfund, ja.”
“Schüttel< >Tap< >Tap< >Tap<
“Oh, verdammt …”
“Was?” fragt der Chef.
“Er ist im Flur gelandet, gleich neben meinem nächsten Datenzentrum!” laucht der PJ triumphierend. “Schauen sie nur, was es da alles gibt. Plus-Dual-Server-Regale, Blade Server, skalierbare Dienste, WAP-Möglichkeit. Das kostet wenn der Reinigungs-Roboter kommt, also JETZT, die Kleinigkeit von … 2030 Pfund, doch ich begnüge mich schon mit zwei Tausendern!”
Ich überlasse im das Megalogeld und reiche den Würfel dem Chef.
>Schüttel< >Tap< >Tap< >Tap<
“GEHEN SIE IN DEN BAND-SAFE!”
“Oh, und wie lange muß ich da bleiben?”
“Bis ihnen die Luft ausgeht.”
“Was passiert dann?”
“Dann zahlen sie noch einmal 20 Pfund und beginnen von vorn.”
“Was!?!” ruft der Chef enttäuscht, doch schließlich zahlt er den nötigen Einsatz.
>Schüttel< >Tap< >Tap< >Tap< >Tap< >Tap< >Tap<
“Berater-Karte!” sagt der Chef.
>Flip<
“HA! Informieren sie ihren Chef darüber, daß die Telefongesellschaft die Benutzung der Telefon nur im Erdgeschoß gestattet und weitere Etagen zusätzliches Geld kosten. Zahlen sie 1500 Pfund für weitere Lizensen.”
“Gut gemacht”, meinen der PJ und ich, als ich mit Megalogeld zahle.
“Haben wir nicht schon vor ein paar Wochen Geld für irgendwelche Etagen-Lizensen bezahlt?” fragt der Chef neugierig.
“Ja. Aber ich sagte doch, daß das Spiel so realitätsnah ist wie möglich.”
“Oh … stimmt …” meint er unsicher.
>Schüttel< >Tap< >Tap< >Tap<
Gelegenheitsdiebstahl-Karte”, sagt der PJ. “Stören sie den Switch-Port des Chefs und stehlen sie die Hälfte seines Arbeitsspeichers, wenn er seinen PC zur Reparatur bringt.”
“ABER SIE SAGTEN MIR, ES SEI EIN PROBLEM DER HARDWARE GEWESEN!” mault der Chef wütend.
“Nun, sie müssen Megalomania schon ernsthaft spielen”, erwidere ich.
“Aber das ist doch eine Frechheit!” knurrt der Chef wütend. “Da spiele ich nicht mit. Und ich will, daß meine Netzwerkverbindung wieder eingeschaltet wird. Wo steht mein Rechner?”
“Auf meinem Schreibtisch.” antworte ich. “Wann soll ich ihn für sie einrichten?”
“Und die Hälfte meines Speichers klauen – das werden sie unterlassen!”
…
“Was für ein schlechter Verlierer!” kommentiert der PJ später mißbilligend, als er die Spielfigur des ausgeschiedenen Chefs wieder in seinem Büro plaziert.
“Aber sehr zu meinem Vorteil”, erwidere ich. “Als zufriedener Gewinner kann ich … hm … 74 Pfund aus dem Bastard-Sammeltopf entnehmen.”
“Wieso?”
Ich überlasse meinen Fingern die Antwort, indem ich das Symbol für einen schwarzen Computer neben die Figur des Chefs lege.
“BASTARD! Sie haben damit die Spielgrenzen überschritten!”
“Ich nutzte nur den günstigen Augenblick.” antworte ich.
Er würfelt. >Schüttel< >Tap< >Tap<
“Ooooh, die Gewalt-ohne-Grenzen-Karte! Ich schätze, wir haben einen weiteren Verlierer!” meine ich mit bedauerndem Blick.
>BZZZZZERT!<

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