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Ausweisung inklusive

opfer-verzeiht-nicht.jpgPopulismus, Nationalismus, Stammtisch Niveau – alles Prädikate die der aktuelle Wahlkampf des Roland Koch zurecht verdient. Boot Camps fordernt schafft er es, das selbst die Kanzlerin freudig in ein Thema ein steigt, das alt ist und nicht zum ersten mal einen wirklich sinnvollen Lösungsweg erfordert. Einen Lösungsweg, der dem Bürger mehr einbringt als Sprüche und politisch korrekte Floskeln wie “Jugendliche Straftäter mit Migrationshintergrund.”

Das ein Türke und ein Grieche – während sie in einer U-Bahn Station vor laufender Kamera ein Rentner verprügelten – eine solche Aufmerksamkeit erregen würden, hätten sich die beiden wohl in ihren kühnsten Träumen nicht vorzustellen vermocht, und nur die Bilder welche die Brutalität offenbahrten machen diese neue Diskussion möglich. Das ihre Tat Folgen haben kann und auch muss hatten die beiden vermutlich auch nicht  auf dem Schirm. Warum auch. Solche Taten sind an der Tagesordnung, ein Blick in die regionalen Tageszeitungen offenbahrt, das solche Meldunmgen zumeisst nur noch als Randnotiz auftauchen. Und das Jugendliche Straftäter in Deutschlands Gefängnissen – so sie denn irgendwann in ihrer Karriere dort landen – auch nicht zu besseren Menschen werden, dafür aber ihre Ausbildung zu noch besseren Verbrechern vervollständigen ist selbstverständlich auch Populismus pur, so nah die Aussage auch an den tatsächlichen Gegebenheiten sein mag.

Wir haben also ein Problem, das als solches erstmal beleuchtet werden will, bevor man öffentlich zur Lösung schreitet. Da gibt es also Jugendliche - mutmaßlich mit geringer Bildung und noch gerigerer Mutterliebe gesegnet, dafür aber mit Handy und Radio - die da schlagen, was das Zeug hält. Das macht bei gleichgestellten und noch gerößeren Trotteln einen guten Ruf und den gemeinen Bürger im schlechtesten Fall zu einem Opfer. Deutschland bildet da keine Ausnahme, sondern in der ganzen Welt ist Jugendgewalt ein Thema – mehr oder weniger - und selbst die Schweizer wissen, das sie das Problem angehen müssen. Und nur eine Partei kann sich zur Zeit glücklich schätzen, das es in dieser Form zugeht – die Yellow Press. So kann man geradezu den Genuss spüren, mit dem zum Beispiel die Bildredakteure unter dem Vorwand der Fahndung des Staates jedes noch so geringe Fitzelchen an Material nutzt, um ihre Leser am Thema teilhaben zu lassen und selbstverständlich sich daran zu bereichern.

handy-gewalt-yahoo.jpgWas all die Analysen und Berichte aussen vor lassen ist – so sarkastisch es klingen mag – die Tatsachen, das keines der Opfer auch nur ansatzweise der Gefahren bewusst schien, die auf offener Strasse lauern und denen sie sich aktiv selbst aussetzten, oder diese bewusst ignorierten. Ein Punkt, der allerdings nicht vernachlässigt werden sollte, nicht vernachlässigt werden darf. Anders als bei Aktionen wie dem bekannten Happy Slapping haben in den konkret bekannt gewordenen Fällen Täter und Opfer interagiert. Und so unentschuldbar die brachilale Gewaltanwendung der Täter ist – im Fall der beiden jungen Schläger darf bei der Art des Angriffs meiner Meinung nach durchaus von einer Tötungsabsicht zumindest aber Inkaufnahme einer Tötung ausgegangen werden -, nicht unerheblich ursächlich für den Gewaltausbruch war die Ansprache des Opfers. Eines seinen Angaben zufolge ehemaligen Realschullehrers, dem zumindest soviel Pädagogik nahe stehen sollte um abzusehen, das sich nicht jeder – so sehr er auch im Unrecht sein sollte – maßreglen lässt. 

Hier ist das Rauchen verboten, die Musik ist zu laut, nimm die Füsse von der Bank und und und. Vorträge und Ansprachen dieser Art gibt es täglich und alltäglich setzen sich aussprechende Menschen auch einem nicht unerheblichen Risiko aus. Dieses teils schon dämliche Verhalten hat nichts mit Courage oder der selbst von Frau Merkel herbeigerufenen Zivilcourage zu tun. Die wäre gefragt gewesen von den Zeugen des Überfalls, welche eiligst die U-Bahn-Station verließen und unbewusst dessen der Kamera die Dokumentation auch des eigenen Versagens überließen. Nein, dieses Verhalten war dämlich und typisch Deutsch zudem. Recht haben, für Recht und Ordnung sorgen, die eigenen Befindlichkeiten pflegen und den jungen Leuten mal zeigen wo es lang geht, hier im Land, im deutschen Land. In der Welt, in der die meissten hier lebenden aufwuchsen, mag dies durchaus gut gehen. Gewalt, eine der urmenschlichsten Attitüden, kennen die meissten nur aus dem Fernsehen, der Zeitung oder Elternhaus. Es scheint völlig unvorstellbar, dass sich andere nur durch die reine Ansprache dermaßen provoziert fühlen – aber genau das ist der springende Punkt. Ich vergleiche das beispielsweise mit einem Vorgang, der erst kürzlich für Schlagzeilen sorgte.

Steht ein Mann vor einem Tigerkäfig. Er provoziert das Tier durch Rufe und wildem Gefuchtel der Arme und als Krönung steckt er sein Bein durch die Gitter. Die Tigerdame – gar nicht dumm – schafft es mit ein bisschen Glück über die Mauer aus dem Gehege, und holt sich nicht nur den jungen mann als Vorspeise, sondern verpasst auch gleich seinem Freund und dessen Begleitung ein sie bis ans lebensende begleitendes Erlebnis. Hätte der Mann damit rechnen müssen, das ihn die Katze bei Gelegenheit anfallen könnte? Selbstverständlich. Denn zum einen ist Sicherheit immer nur scheinbar, so auch die von Käfigen und zum anderen sagt einem der gesunde Menschenverstand, dass der Tiger reizbar ist und auch viel stärker. Und gleiches fehlte auch dem oben genannten Opfer, seines Zeichens ehemaliger Schuldirektor, der nicht, wie es sein sollte und natürlich gesünder wäre, erstmal die Leute anschaut, die er zurecht zu weisen gedenkt, sondern unter Auslassung jeden gesunden Menschverstandes und – von einem Realschullehrer – zu erwartender Lebenserfahrung Leute anspricht, die schon durch ihr Auftreten deutlich machen, dass sie sich nicht an Normen und Regeln zu halten gedenken.

Recht haben! Das erinnert mich an eine Geschichte, die mir vor einigen jahren passierte. Ich – bis dahin gut gelaunt – fuhr einkaufen. Ab aufs OG des Parkdecks gefahren, Leergut geschultert und zur Treppe, um zum tiefer gelegenen Markt zu gelangen. Auf der treppe kam mir auf “meiner” Seite eine Frau mit zwei Kindern entgegen, so das ich die Tasche auf die andere Seite nahm und dann eben links die Treppe weiter runter bin. Direkt darauf betrat ein Mann um 50 die Treppe und noch bevor ich ihn richtig wahrgenommen hatte sagte er schon “In Deutschland geht man rechts“. Dummer Fehler, denn leicht reizbar, wie ich nun mal bin, lautete meine Antwort sinngemäß, das seine Gesundheit gleich gewisse und ggf. dauerhafte Einschränkungen zu verzeichnen hat und ohne wirklich nachzudenken, sondern sehr zornig (vllt. sogar hoffend das er die körperliche auseinandersetzung sucht), ging ich dirkt auf ihn zu, bereit für alles, was aus der Situation entstehen könnte. Nun, gesundheitsbewusst wich er dann doch aus, um meinen provozierende und auf seine meiner Meinung nach vorhandenen Rechten Gesinnung anspielenden Gruß, beschleunigten Schrittes aus meinen Breich verschwindend, schimpfend zu quittieren. Aber Hunde die Bellen beissen nicht. War mein Verhalten richtig? Gesellschaftspolitisch sicher nicht, aber das Ergebnis aus der Aktion – also der direkt empfundenen Provokation – meines Gegenüber. Aber die Frage stellt sich für mich nicht, sondern vielmehr die Frage, was mein Gegenüber berechtigt, mich so anzusprechen.

Machokultur wird dies im Spiegel genannt und ist so wahr, wie es nur sein kann, und wenn penetrante Rechthaberei, gepaart mit Arroganz,Dummheit, spärlichen Resten eigener MachoMacho Charakterzügen und dem nötigen Aggressionspotential, mit selbiger Machokultur zusammen treffen, kommt es zu eben jenen Ereignissen, die sich primär nur durch kluges Verhalten hätten vermeiden lassen. Die Frage, die man sich, egal wo man sich befindet, stellen sollte ist nicht “darf der das? ” sondern “Was kann ich unternehmen? “. In diesem Land, wo doch alles durch Regeln und Normen geregelt ist, gibt es mehr Wege, sich gegen Belästigungen zu wehren. aber vor allem soll und muss die Einschätzung der Situation stehen.

Ist es sinnvoll zwei junge angetrunkene und provozierendes Verhalten zeigende Personen zu maßreglen?
Wird jemand direkt gefährdet? 
Welche Optionen habe ich?
Lässt sich durch wechseln des Wagons eine Konfrontattion vermeiden,
oder riskiere ich – Kraft meiner ausgestrahlten Authorität – die direkte Auseinandersetzung?

Aber diese Fragen stellt sich heutzutage – dank der vermeindlichen Sicherheit, die unsere Gesellschaft anheim liegen sollte – kaum mehr jemand. Jedes noch so kleine Männlein fühlt sich als wichtig und die vermeindlich nur bei “Jugendlichen mit Migrationshintergrund” vorhandene Machokultur ist im deutschen Rechthaber ebenso verankert, wie die verlangte Zivilcourage (die gerade da überproportional vorhanden scheint), was in anbetracht der vorhandenen bescheidenen Mitteln schlicht und einfach zu dummen Verhalten führt. Denn die Konsequenzen, die aus solchen Situationen entstehen können, werden völlig falsch eingeschätzt und die Bereitschaft, die Situation – die man selbst erst erschaffte – durchzustehen tendiert gen Null. Zivilcourage muss da greifen, wo wirkliche Gefahren entstehen und Zivilcourage verlangt nicht, sich dähmlich zu verhalten. Um vllt. mal den Unterschied zu beleuchten ein andere beispiel, dem ich beiwohnen konnte.

Vor etwa 3 Jahren bin ich vormitteags zu Fuss auf dem Weg von der Innenstadt Osnabrücks zum Hauptbahnhof. An einer belebten Strasse bemerke nicht nur ich, das vier Personen eine Auseinandersetzung führen. Einer führte einen Bullterriermischling mit, den er gezielt auf zwei Männer der Gruppe hetzte. Diese versuchten zu flüchten und wurden von ihren Gegnern verfolgt und es kam zu Bissen und Schlägen. Mehrere Passanten zogen Ihr Handy um den Notruf anzubringen, weitere Passanten riefen laut zu der Gruppe, das die Polizei verständigt sei. Als die Aggressoren die Rufe vernahmen und die die Aufmerksamkeit, die auf der Kreuzung nur auf sie gerichtet war, realisierten, liesen sie von ihren Opfern ab und flüchteten. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Der Rest ist Aufgabe derer, die dafür ausgebildet sind, und deren Job es ist, der Strafverfolger oder Ordnungshüter zu sein. So funktioniert unser Staat und Versuche, selbst den Ordnungshüter zu spielen, gehen oftmals so ins Auge, wie es eben in den letzten Fällen passiert ist.

Interessanterweise lässt sich nun beobachten, dass in jeder weiteren Meldung aus Beschimpfungen wie Arschloch, Sau und so weiter Deutschlandfeindliche Sprüche wurden. Denn die sind zudem hervoragend geeignet, der deutschen Bürger auf die rechte Spur zu bringen – Bild sei dank. So waren sich die Macher nicht mal zu schade dafür, das Opfer mit Jesus-Bildchen abzulichten, mit der sinnigen Überschrift “Schläger-Opfer nimmt Entschuldigung nicht an “. Christliche Werte müssen wohl gewahrt werden, oder irgendwer hat da was falsch verstanden. Aber es ist für die Charakterdarstellung des Opfers genauso bezeichnend, wie für die Redakteure, die es in die Welt setzten. Wenn wir demnächst noch die Theorie von 77 Jungfrauen in “unseren” Glauben intigrieren, ist doch alles in bester Ordnung und der Weltfrieden gesichert.

Kann dies auch nur ansatzweise als Entschuldigung für die beiden Täter gelten? Keinesfalls, denn geschlagen haben sie bewusst. Diese Ausreden, die vornehmlich von Schläger Serkan A. veröffentlicht wurde - vom anderen war bsilang nichts zu vernehme – sind die üblichen und sie sind können nicht darüber hinweg täuschen, das jeder Schlag durchdacht ist, jeder Tritt gezielt ausgeführt wurde und Aggression nur ein Teil eines Charakters ausmacht. Auch Trunkenheit, die beliebteste aller Schlägerausreden ist Quark. Das Video beweisst das gegenteil. Sie waren nüchtern genug, gezielt zu schlagen und die Abstände einzuschätzen. So Betrunken, wie sie gern gewesen wären – um es als mildernden Umstand einzuführen, waren sie sicher nicht. Und genau deshalb halte ich die Diskussionen in der Form wie sie geführt werden teil absurd und teil nur berechnend. Aber die Forderung, nach angemessenen Jugendstrafen ist durchaus berechtigt. In dem durch unsere Gesellschaft angezettelden Millieu von Sozial schwachen Familien, die eingefercht in Gettos in faktisch einer eigenen für uns fremden Welt leben sind Bewährungsstrafen nicht mal ein Klaps, sondern schlicht und einfach Zeitdiebstahl.

Der Jugendlich ist genervt - das er erscheinen muss -, der Staatsanwalt - weil er keine angemessenen Strafen wirklich durchsetzen kann -, die Opfer – weil ihre Welt eine Traumwelt ist. Da sitzen Richter, die immer wieder Bewährungsstrafen vergeben und Politiker, die uns tolle Floskeln schenken, aber nicht wirklich etwas beitragen zur vielzitierten Migration. Dabei brauchen die, die schon morgen die Täter sein dürften , ein wenig mehr als Sprüche – sie brauchen eine Zukunft. Doch die werden sie hier genauso wenig bekommen, wie z. B. Jugendliche aus pariser Vororten. Über das warum kann man diskutieren, das aber zu einem anderen Zeitpunkt. Aber der Fakt ist nicht wegzudiskutieren, sondern als Beweis in allen deutschen Städten gegenwärtig. Wie mit den Ergebnissen zu verfahren ist, muss aber – bei aller Kritik – weiter in der Hand der Justiz liegen. Ein Äusländer raus! (ups, jetzt hab ich doch das Wort straffällig davor vergessen) von Politikern wie Herrn  Koch spiegelt vllt. wirklich die Meinung eine gewisse schweigende Mehrheit wieder, aber genau diese schweigende Mehrheit ist Teil des Problems. Ausgrenzung kann nur von einer Mehrheit kommen und die muss mit den Folgen umgehen können. Ob das Suverän sein wird, könnten die nächsten Wahlen durchaus zeigen.

Rene Gesellschaft

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