Erlebnispädagogische Maßnahme: Verbannung nach Sibirien
Wo Roland Koch regiert, gedeiht das Verbrechen besonders gut, wie die Statistik belegt. Deshalb macht der hessische Ministerpräsident jetzt auch den Chef einer CDU-internen Arbeitsgruppe, welche offenbar überlegen soll, wie hessische Verhältnisse denn in die restlichen deutschen Bundesländer exportiert werden könnten.
Exportiert wurde, und das zeigt, was in der Tat schon geht, aus Hessen ein gewalttätiger Jugendlicher, der, begleitet von einem Betreuer, irgendwo in Sibirien neun Monate unter einfachsten Bedingungen zubringen soll. Der sechzehn Jahre alte Schüler, heißt es in der Süddeutschen Zeitung vom Donnerstag, durfte sogar eine behelfsmäßige Toilette eigenhändig bauen.
“Die Bedingungen entsprächen ‘etwa demStand wie bei uns vor 30 oder 40 Jahren’, sagte Becker der Süddeutschen Zeitung. Es gehe darum, den jungen Gewalttäter einer ‘möglichst reiz- und konsumarmen Umgebung auszusetzen’. Er und sein Betreuer lebten ‘in einer dörflichen Struktur’ mit etwa 5000 Einwohnern, ‘etwa 300 Kilometer in der Pampa’.
Zuvor hätten mehrere Psychologen diesen Schritt als geeignet für den Jungen eingestuft. Etwa die Hälfte seiner Zeit in Sibirien sei bereits vorbei. Nach seiner Rückkehr solle er zunächst ‘langsam wieder an die Reiz- und Konsumwelt gewöhnt’ werden. ‘Das ist keine Art der Sanktionierung, sondern eine erlebnispädagogische Maßnahme’, betonte Becker – auch wenn es sich um die ‘Ultima Ratio’ handele.”
Väterchen Stalin hätte seine helle Freude an den Hessen.

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