UK: Royal Navy ‘verliert’ 600.000 Datensätze
Im Vereinigten Königreich ‘verschwindet’ manches, was staatliche Stellen zuvor mit sicher viel Engagement sammelten. Die Suche nach 25 Millionen verlorenen Datensätzen über Empfänger von Kindergeld wurde inzwischen aufgegeben, nach einer Festplatte mit den Daten von 3 Millionen Fahrschülern wird vermutlich noch gesucht. Die Behörden haben aber auch gute Nachrichten: Bisher sei mit den Daten kein Mißbrauch betrieben worden.
Die jüngsten Pannen waren indes keine Einzelfälle, denn auf der Insel scheint es in der Tat schlecht bestellt zu sein um den Datenschutz in Behörden und anderen staatlichen Stellen. So waren etwa dem britischen National Health Service (NHS) Datenträger mit mehr als hunderttausend Datensätzen von Patienten abhanden gekommen, verschickte die Post an Rentner nicht für sie bestimmte Kontoauszüge.
Die für das NHS, das in einer zentralen Datenbank rund 50 Millionen Patienten verwaltet, zuständige Ministerin Dawn Primarolo mußte dabei eingestehen, daß sie gar nicht genau wisse, was alles verschwunden sei – und lobte zugleich den Schutz der Daten und damit der Privatsphäre. Nun ereignete sich erneut eine “Panne”, welche vom lockeren Umgang des Staates mit durchaus vertraulichen Daten kündet.
Ein Offizier der Royal Navy, auf dessen Laptop die Daten von bis zu 600.000 Soldaten und Bewerbern für den Dienst bei den Truppen gespeichert sind, mußte dessen Diebstahl melden. Der oder die Diebe können sich nun, da die Daten vermutlich noch nicht einmal verschlüsselt waren, freuen über einen reichlichen Fundus von Sozialversicherungsnummern, über medizinische sowie familiäre Angaben, zudem über rund 3.500 Datensätze mit Bankdaten.
Banken sowie die betroffenen Kunden seien zwar informiert worden, ebenso ermittelt die Polizei, doch das kann für jene, deren Daten in fremde Hände gelangten, wohl nur ein schwacher Trost, zumal es gar nicht unwahrscheinlich ist, daß demnächst auch bei der Polizei der eine oder andere Datenträger auf mysteriöse Weise verschwinden wird. Das Verteidigungsministerium jedenfalls will den Fall mit “größter Ernsthaftigkeit” behandeln. So wie die Daten.

Das machte meinen Tag, echt. *g*