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Internet wird Wissensnetz: Brockhaus und SPIEGEL öffnen ihre Archive

In wenigen Wochen will das ehrwürdige Traditionsunternehmen Brockhaus sein Wissen online und für den Nutzer kostenfrei zur Verfügung stellen und sich damit von der gedruckten Ausgabe der Enzyklopädie aus gleichem Haus mittel- bis langfristig verabschieden. Was einerseits durchaus folgerichtig scheint – schließlich ist nichts so alt wie der gedruckte Artikel von vorgestern -, lockt andererseits die Konkurrenz.

Der SPIEGEL startet noch vor Brockhaus “die größte kostenfreie Recherche-Datenbank im deutschsprachigen Internet” unter dem so schönen wie naheliegenden Namen SPIEGEL WISSEN, das “Lexikon der nächsten Generation”. Es soll neben den Inhalten der Wikipedia das Archiv des Nachrichtenmagazins seit 1947 umfassen, dazu Beiträge des manager magazins und der Bertelsmann-Tochter KnowledgeWissen Media Group.

Auch hier soll der Zugriff kostenfrei erfolgen. Bietet Brockhaus ungefähr 300.000 Artikel, protzt SPIEGEL WISSEN mit 1.6 Millionen, von denen sicher besonders jene aus dem Heft-Archiv nicht ganz uninteressant sein dürften – sie liegen ebenfalls als *.PDF-Dateien im Original-Layout inklusive Werbung vor, bei älteren Ausgaben allerdings nur als Scan und nicht als wiederum durchsuchbarer Text.

Die ‘Wissensschlacht’ im deutschsprachigen Internet hat, so scheint’s, begonnen. Dem Nutzer bieten sich, öffnen sich bisher kostenpflichtige Archive, ganz neuartige und – oftmals – fundierte Informationsquellen. Andererseits stellt sich durchaus die Frage, ob solcherlei Angebote, jedenfalls bei aktuellen Themen, und deren Qualität wirklich auf Dauer nur durch Werbung finanziert werden können.

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