Web 2.0: Spionage leichtgemacht
Das Web 2.0 ist an sich eine feine Sache. Wer sich berufen fühlt, kann dem Rest der Welt mitteilen, was ihn bewegt, in Social Networks wie etwa Facebook oder spezielleren Plattformen wie StudiVZ Gleichgesinnte oder auch Gegner finden. Problematisch freilich in der nicht mehr ganz neuen virtuellen Welt ist, daß sie dazu verlockt, Daten preiszugeben, die man im RealLife eher hüten würde. Einem israelischen Soldaten wurden nun von ihm veröffentlichte Fotos zum Verhängnis.
Na klar, auch Angehörige von Sicherheitskräften, zumal wenn sie im Einsatz von ihren Angehörigen getrennt sind, wissen die Segnungen des Web 2.0 zu schätzen. US-Soldaten bloggen aus dem Irak, Bundeswehrsoldaten füttern YouTube mit mehr oder weniger geschmackvollen Videos von Saufgelagen – es gibt wahrlich viele Möglichkeiten, Content zu generieren. Nur gehört zur Möglichkeit eben auch ein gewisses Maß an Kompetenz, die Folgen eigenen Handelns abschätzen zu können.
Doch um diese Medienkompetenz ist es nicht immer gut bestellt, was sicher nicht nur Werbetreibende zu schätzen wissen, sondern auch etwas professionellere Ausforscher, Geheimdienste beispielsweise. Ein Angehöriger ausgerechnet einer Einheit der israelischen Streitkräfte, die sich mit militärischer Aufklärung befaßt, hat seinerseits Facebook mit Aufnahmen aufgewertet, die neuartige Waffen zeigten und seinen Stützpunkt sowohl von innen wie von außen – ein gefundenes Fressen nicht nur für Terroristen.
Die Strafe für dieses Vergehen, es handelt sich um den ersten solcherart sanktionierten Fall in Israel, fiel indes noch relativ gering aus: 19 Tage Arrest. Allerdings handelt es sich bei diesem Vor- nicht um einen Einzelfall. Die israelischen Streitkräfte, heißt es in Medienberichten, richteten eine spezielle Einheit ein, deren Aufgabe es ist, verräterische Fotos in Social Networks aufzuspüren und für deren Entfernung zu sorgen, das Verteidigungsministerium versprach, jeder Ertappte werde sich vor Gericht verantworten müssen.
Zugleich allerdings werden die Dienstvorschriften überarbeitet, kündigte das Ministerium an. Zudem soll die Sensibilität der Angehörigen der Streitkräfte für das Thema erhöht werden. Besser wäre es wohl gewesen, erst für Medienkompetenz zu sorgen …

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