Fliegende Reiche bangen: Dürfen sie in Berlin landen?
Aktuell ist Tempelhof der kleinste der Berliner Landeplätze, keine drei Dutzend Landungen pro Tag kann er verzeichnen. Die Volksabstimmung, die wohl eher Bürgerbefragung heißen sollte, stellt allerdings die Frage nach einem Verkehrsflughafen Tempelhof, also einem, der rund um die Uhr mindestens Lärm produziert.
Angenehm, das ist unzweifelhaft, wäre ein solcher Flughafen nicht nur in Stadtnähe, sondern eben mittendrin, jedoch möchte ich dann wahrlich nicht Anwohner sein ;-). Aber in dieser Frage flunkern eben die Befürworter, weil sie suggerieren, es würde doch nur der beschauliche Status Quo fortgeschrieben.
Auf der anderen Seite stehen – natürlich – die Gegner, die gelegentlich gute Argumente haben, speziell mit Diva Wowereit aber auch ein Argument für Tempelhof – dem muß man es einfach mal zeigen. Es geht, vorherige Verwaltungsgerichtsbeschlüsse her oder hin, einfach nicht zu erklären, Volksabstimmungen seien uninteressant.
Diese Arroganz des Mächtigen wird, das ist erfreulich, den Koalitionspartner Die Linke mächtig beschäftigen, die gerade in Berlin ja alles andere vorweisen kann als eine Erfolgsbilanz (Kinderarmut ist in der Deutschen Metropole erfolgreich nicht erfolglos).
Es wird also spannend werden, zumal, was allerdings arg störend war, die lokale Volksabstimmung mächtig aufgeblasen wurde zu einem Bundesthema. Der Bundestag debattiert über Renten – ein FDP-Abgeordneter will zwischenfragend wissen, wie denn Die Linke zu Tempelhof fällt. Toll.
Sowas nervt und schreit nach zensierender Moderation. Ich jedenfalls gönne einerseits den Berliner Regierenden ein hoffentlich stimmenmächtiges Bürgerbegehren, das sie in Erklärungsnot versetzt, andererseits wäre ein Unentschieden nicht schlecht, um die Dödel um Friedbert Pflüger vorzuführen.
Dessen Parteifreund Eberhard Diepgen war es, der Tempelhof für Schönefeld vertraglich aufgab.

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