Großrazzia gegen Drogenhändler: Ermittler doch noch erfolgsfähig
Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Ermittlungsbehörden, die wohl weitgehend auf ganz herkömmliche Methoden setzen mußten, ist es gelungen, Händler, Weiterverkäufer und den einen oder anderen Konsumenten einer Chemikalie zu finden, die als Droge mißbraucht werden kann.
Die zur Herstellung von GHB, das schon in kleinen Mengen euphorisierend bis tödlich wirken und vor allem willenlos machen soll, weshalb der Stoff auch als Vergewaltigungsdroge bezeichnet wird, nötigen Chemikalien wurden offenbar in größerem Stil via Internet verbreitet.
Als Hauptakteure gelten dabei den Ermittlern zwei Männer, die nun aufgeflogen sind. Mit ihnen gerieten aber auch noch 600 “Objekte” ins Visier der Fahnder, die im Rahmen von Razzien in mehreren Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchsucht werden.
Fündig wurden die Behörden anscheinend mindestens in einem Fall – zum Abtransport der sichergestellten Chemikalien sei ein LKW notwendig gewesen. Ebenfalls stießen sie auf mehrere Labore, in denen die unterdessen nicht an sich verbotenen Rohstoffe, sie finden sich auch in Haushaltsreinigern, verarbeitet wurden.
Wenngleich auch über Ausmaß und konkrete Ermittlungsmethoden wenig Angaben gemacht wurden, scheint – entgegen allen Beteuerungen, dem Bösen sei nur durch allerlei neue Repressionsmaßnahmen, gern als “Präventivmaßnahmen” beschönigt, beizukommen – es sich um klassische Polizeiarbeit zu handeln.
Und die hat scheinbar sogar länderübergreifend funktioniert. Freilich zeigt der Fall zwar auch, daß Verbrechen erst einmal geschehen müssen, bevor die Verantwortlichen ausge- und unschädlich gemacht werden können, doch ist eben gerade dies durchaus ein Beleg gegen übertriebene Hoffnung auf immer mehr Sicherheitsgesetze.

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