Überraschung: China zensiert Internet
Jacques Rogge, amtierender Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), versicherte noch am 17. Juli 2008 gegenüber AFP, es werde zumindest für Journalisten während der in China veranstalteten Olympischen Spiele einen freien Zugang zum Internet gewährleistet:
“For the first time, foreign media will be able to report freely and publish their work freely in China. There will be no censorship on the Internet.”
Wie sich nun herausstellt, hatte China freilich nie vor, diese als Erfolg “stiller Diplomatie” verkaufte Zusicherung des IOC-Präsidenten zu erfüllen, entsprechend groß nun die Aufregung der offensichtlich mit einiger Naivität gesegneten Medien, denen nun ein “ausreichender” Zugang gewährt wird.
“Die angereisten Sportler, Journalisten und Funktionär werden nur das lesen dürfen, was Chinas Zensoren ihnen zugestehen. [..] Pekings Vorgehen ist nicht nur ein Bruch des Versprechens, dass Journalisten und Teilnehmer der Olympischen Spiele ‘freien Zugang’ zum Informationen und zum Internet haben würden. Peking stößt auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die Weltgemeinschaft vor den Kopf.”
Wie wäre es im Gegenzug, verzichteten eben jene, die nun – was in der Tat absehbar war – “vor den Kopf” gestoßen werden, ihrerseits auf eine Berichterstattung von jener Propagandaveranstaltung, die in gut einer Woche beginnen soll? Bilder, zumal selbst diese ja auch nur zeitversetzt zur Verfügung stehen, könnten sie ja sehr wohl senden – aber sich jeglichen Kommentars, jeder Erklärung enthalten.

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