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US-Wahlkampf: Süddeutsche Zeitung kämpft für Obama

Die Süddeutsche Zeitung hat einen schlimmen Skandal ausgemacht: “Palin wirft Obama Nähe zu Terroristen vor”. Die New York Times, heißt es in dem Bericht, habe zuvor über Kontakte Barack Hussein Obamas zu einem “Mitbegründer einer linken Terrorgruppe berichtet”, was Sarah Palin nun schändlicherweise ausnutzte, den Hoffnungsträger des Münchener Tageblatts “zu diffamieren”.

“Damit”, meint es in dem lausig recherchierten Beitrag, “greift Palin erstmals indirekt im Internet zirkulierende Emails auf, die behaupten, Obama sei insgeheim ein radikaler Muslim, der den USA feindlich gesinnt sei.” Es weiß zwar niemand, was die “linken” Weathermen mit dem Islam zu tun hatten, doch da es die erwähnten E-Mails tatsächlich gibt, muß Sarah Palin natürlich sich auf diese beziehen. Es kann gar nicht anders sein.

Nur leider hat diese Story der Süddeutschen Zeitung eben mehr mit Einbildung zu tun denn mit Tatsachen. Es muß Sarah Palin nämlich gar nicht auf selbst in konservativen Kreisen schon widerlegte Gerüchte anspielen, denn in der Tat hatte Barack Hussein Obama ja belegte enge Kontakte zum Weatherman William Ayers, der sich nicht etwa dem Islam verbunden fühlte, sondern “Kommunist” sein wollte.

Daß er, William Ayers, niemals ein Terrorist gewesen sei, schrieb er noch im Frühjahr 2008 in sein Blog:

“I’ve never advocated terrorism, never participated in it, never defendet it. The U.S. government, by contrast, does it routinely and defends the use of it in its own cause consistently.”
(zit. nach: David Freddoso: The Case Against Barack Obama, Washington, DC, 2008, S. 123)

Die Weathermen, die und deren Taten William Ayers, heute ein Professor an der University of Illinois in Chicago, also noch immer als politische und damit wohl als legitim verteidigt, töteten etwa im Februar 1970 bei einem Anschlag auf eine Polizeiwache in San Francisco einen Beamten und verletzten zwei weitere – und entgegen seiner Behauptungen gilt es als erwiesen, daß William Ayers in diesen Mord verwickelt war:

“According to Senate testimony by an FBI mole within his organization, Ayers was indeed involved in the planning – and his wife, Bernardine Dohrn, in the execution – of a police station bombing in San Francisco in February 1970 [..].”
(ibid.)

Der Zeuge, Larry Grathwohl, gab zudem an, daß William Ayers im Rahmen der Planungen für einen (in der Ausführung gescheiterten) Anschlag auf Gebäude der Polizeigewerkschaft in Detroit auf einem Zeitpunkt bestand, zu dem sich besonders viele Menschen dort aufhalten würden. Larry Grathwohl konnte die Behörden warnen, die mehrere Bomben fanden und unschädlich machten. William Ayers hatte die falschen Zünder ausgewählt.

Ausgerechnet am 11. September 2001 wird die New York Times den Terroristen, der keiner sein will, zitieren:

“I don’t regret setting bombs, I feel we didn’t do enough.”

Und mit eben diesem William Ayers arbeitete Barack Hussein Obama schon seit 1993 im Board of Directors des in Chicago beheimateten Woods Fund, einer steuerbefreiten “gemeinnützigen” Organisation, bis 2001 zusammen – ohne Probleme. Weitere gemeinsame Aktivitäten sollten folgen, beispielsweise am 20. April 2002, als bei an einer Podiumsdiskussion über “Intellektuelle in Krisenzeiten” teilnahmen.

Es ist also mithin alles andere als eine “Diffamierung” des demokratischen Präsidentschaftskandidaten, wirft ihm Sarah Palin, republikanische Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten, vor, er habe enge Kontakte zu einem Ex-Terroristen, der bis heute keine Reue empfindet, gepflegt und sich nicht wenigstens von William Ayers distanziert, jedenfalls nicht glaubhaft, selbst wenn er dessen Ansichten nicht teilt.

Die Frage, weshalb Barack Hussein Obama sich ausgerechnet mit Gestalten wie William Ayers, Tony Rezko, der in Chicago – protegiert durch Obama und bezahlt aus Steuergeldern – unbewohnbare Slums baute, oder etwa einem Rassisten wie Jeremiah Wright einließ, ist mehr als berechtigt. Und auch jene danach, welchen Einfluß diese Bekanntschaften auf einen möglichen US-Präsidenten haben.

Das alles kümmert in München, wo die Sympathie für Barack Hussein Obama größer sein dürfte als in den USA, wenig. Und wenn darunter die Berichterstattung leiden sollte, ist das offenkundig auch egal. Können Republikaner(innen) diffamiert werden, dient das schließlich einer guten Sache.

tw_24 Gesellschaft, Weltpolitik

  1. 5. Oktober 2008, 10:48 | #1

    Können Republikaner(innen) diffamiert werden, dient das schließlich einer guten Sache.

    Irgendwie ist das aber auch nur Meinung, als Tatsachen. Weil nirgendwo ist widerlegt, das Palin meinte, was die Süddeutsche vorwirft, zumal es die mails gibt und sie sind ebenfalls nicht widersprochen, aber beziehen kann man sich dann auch drauf.

  2. 5. Oktober 2008, 11:55 | #2

    Sarah Palin bezieht sich ausdrücklich auf einen Beitrag der New York Times, in dem vom Islam nicht ein einziges Mal die Rede ist. Daß sie auf Gerüchte über Barack Hussein Obamas angebliche Verbindungen zu mehr oder weniger radikalen Islamisten anspiele, ist also – wie diese Kontakte selbst – reine Erfindung entweder eines Redakteurs der Süddeutschen Zeitung oder eines Schreiberlings einer Nachrichtenagentur.

    Letzteres allerdings hätte wiederum einem Autor der Qualitätszeitung auffallen müssen, zumal es ja, wie gesagt, selbst unter Konservativen als sehr unwahrscheinlich gilt, daß Barack Hussein Obama “heimlich” dem Islam zuneige. Sogar Jerome R. Corsi kann dafür in seinem NY Times-Bestseller ‘The Obama Nation’ trotz einiger Bemühungen keine belastbaren Belege liefern.

    Er muß, obgleich er sich wirklich redlich anstrengt, das genaue Gegenteil zu beweisen, einräumen, daß Obama den Islam “nie praktizierte”, was immer das heißen mag. Der oben zitierte David Freddoso, bekennender Konservativer und Autor beim National Review, versucht das zum Beispiel gar nicht erst, sondern tritt entsprechenden Gerüchten klar entgegen und nennt sie “Verleumdungen”:

    “Too many of those criticizing Obama have been content merely to slander him – to claim falsely that he refuses to salute the U.S. flag or was sworn into office on a Koran, or he was really born in a foreign country. Such spurious criticisms have given rise to an intellectual laziness among the very people who should be carefully scrutinizing Obama.”

    Die Süddeutsche Zeitung vermischt in ihrem Beitrag schlicht zwei Vorwürfe an Barack Hussein Obama, von denen einer zutreffend ist und von denen Sarah Palin eben auch nur diesen einen vortrug (- was netterweise die Washington Post auch bestätigt). Das Vorgehen der Tageszeitung aus München ist damit hochgradig unseriös; durchaus unseriös genug, um dahinter einige Absicht vermuten zu dürfen.

  3. 5. Oktober 2008, 12:02 | #3

    um dahinter einige Absicht vermuten zu dürfen.

    Nun, so genau verfolg ich das alles nicht, is ja nicht unsere Kandidat hier. Insofern mag das sein. g

  4. Sawney Beane
    5. Oktober 2008, 15:17 | #4

    Wen würde es wundern…das beste Beispiel ist doch die BRD, welche einen linken Staatsfeind und überzeugten Antiamerikaner zum Außenminister machte.
    Bad times for democracy….

  5. 5. Oktober 2008, 17:36 | #5

    Öhm, die Ansprache lief grad bei n-tv. Alsoooooo Palin sagte ganz klar, das er einem Terroristen nahe steht, ohne genau auf Details einzugehen. Ich denke da erfolgt zurecht ein Rüffel, auch dir gegenüber, weil wir reden von einem Mann der dessen 1974 eingestelltes Verfahren nun nicht unbedingt als Terrorist bezeichnet werden darf.

    Was hast du eigentlichh gegen Barak Obama?

    Btw. die Woche binn in ich away, Italien ruft. ;-)

  6. 5. Oktober 2008, 21:01 | #6

    Nun, Sarah Palin hat – sogar laut der Süddeutschen Zeitung – die New York Times gelesen und gemeint, es gebe “ein großes Interesse daran, was ich lese”.

    “In der Samstagsausgabe der New York Times habe sie nun mit Interesse über ‘Baracks Freunde aus Chicago’ gelesen und dass ‘einer der frühesten Unterstützer’ des schwarzen Präsidentschaftskandidaten ein ‘einheimischer Terrorist’ war.”

    Also ist durchaus nicht offen, wen sie denn gemeint haben könnte. Daß William Ayers, wie übrigens auch viele weitere Weathermen, nicht verurteilt wurde, liegt daran, daß das ermittelnde FBI sich (auch) nicht ganz legaler Methoden bediente.

    Der heutige Professor bedauert ja aber ebenfalls und unwidersprochen, daß er nicht sehr viel mehr Bomben gelegt hat, womit schon deutlich wird, wie er – auch als er ins ‘zivile Leben’ zurückgekehrt war und Barack Hussein Obama mit ihm einige Jahre lang nicht ungern zusammenarbeitete – tickte und wohl bis heute noch tickt.

  1. 6. Oktober 2008, 00:14 | #1