Zurück zur Postkutsche: Deutsche Post will weniger leisten
Es kommt, so wird berichtet, wieder häufiger vor, daß die Deutsche Post nicht zur Zufriedenheit ihrer Kunden arbeitet. Briefe und Pakete verspäten sich oder kommen immer weniger selten gar nicht mehr an. Das Image des Monopolisten war schon einmal besser, und genau daran will das Unternehmen ab der nächsten Woche mit Anzeigen und Faltblättern etwas ändern.
Tatsächlich freilich will die Deutsche Post, ginge es nach ihr, offenbar wenig unternehmen, ihrer zu erwartenden Eigenwerbung gerecht zu werden. Vielmehr soll am Service, zu dem sie einerseits gesetzlich verpflichtet ist und der ihr andererseits eine Monopolstellung sichert, weiter gespart werden. In einem Positionspapier hat der Weltkonzern dargelegt, wie er im Wettbewerb bestehen will.
So wird etwa über eine weitere Ausdünnung des Filialnetzes nachgedacht. Zudem sollen in den Dependancen selten nachgefragte Leistungen wie Eilbriefe oder Einschreiben “bedarfsgerecht” gleich gar nicht mehr angeboten werden, während gleichzeitig Filialbetreiber, oft Tabak- oder Zeitschriftenhändler, über erneut zu ihren Ungunsten geänderte Vertragsbedingungen klagen.
Neue Wege will das ehemalige Staatsunternehmen auch bei der Zustellung und der Abholung von Briefen, Päckchen und Paketen gehen – diese nämlich weniger oft. “Grundversorgung” könnte bald bedeuten, daß Sendungen nur noch an fünf Tagen beim Empfänger ankommen und Briefkästen nicht mehr regelmäßig, sondern ebenfalls “bedarfsgerecht” geleert werden.
Wie ein solcher Leerungsbedarf aus der Ferne – also ohne direkte Kontrolle vor Ort – wohl festgestellt werden kann, weiß die Deutsche Post möglicherweise selbst noch nicht genau. Sicher andererseits scheint, daß mit genau solchen Maßnahmen den bisher beispielsweise bei der Erhebung der Umsatzsteuer benachteiligten Post-Konkurrenten, die freilich ihre Dienste oft nicht flächendeckend anbieten, mehr Kunden beschert werden.
Wahrlich verlieren dürften, setzen sich die Planer des gelben Konzerns durch, vor allem ländliche Regionen, in denen Wettbewerber eben kaum oder nur eingeschränkt präsent sind, doch selbstverständlich auch das Unternehmen Deutsche Post, das ja offenbar meint, es könne selbst dort, wo es Konkurrenz gibt, am Service sparen. Solche Verluste freilich wären in der Tat verdient.

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