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Timmi: Abstruser gehts nimmer

Hier hab ich lange mit mir gerungen. Eigentlich hab ich ja anderes zu tun, viel zudem. Und so fehlt mir oft der Nerv abends meine Gedanken noch in Worte zu fassen und hier zum besten zu geben. Aber mein Freund Timmi schafft mich, echt! Und so sehe ich mich genötigt, hier ab und an mal Geschichten aus dem (Arbeits)Leben mit Timmi zu berichten.

Nun, Timmi ist seit fast 3 Jahren mein Kollege in dem Unternehmen in dem ich  Anfang 2005 als Fahrer für einen Ami Wrack Truck auf Teilzeit anfing. Genau wie die Firma innerhalb kürzester Zeit von einem Kleinbetrieb mit 5 Mann und Angeboten wie Fahrzeugbau, Showtruck Vermietung und Zaunbau zum 30 Mann starken Biomasse Kraftwerke Bauunternehmen mutierte, so veränderten sich “Karrieren”. Während Timmi zum Zwischendurch Fuhrparkleiter avancierte – sprich; Er ist immer dann Fuhrparkleiter wenn irgendwas nicht funktioniert, also Quasi immer schuld – wurde ich mehr oder minder dauerhaft ins Büro verbannt, wo ich mich mit technischen Dingen befassen muss die sich eher nicht in eine spezielle Berufbezeichnung fassen lassen. Nur ab und an darf ich raus und meisst sind dann Timmi und Rene die Hölle auf der Autobahn, aber dazu ein ander mal.

Also eigentlich kann ich Timmi ganz gut leiden, nur ab und an zweifel ich so ein klein wenig daran, dass wir beide uns in der gleichen Realität befinden. Nun, ich will nicht ausschließen das ich neben der Spur bin, aber es ist jedermanns eigenen Urteilsvermögen überlassen, sich dazu eine Meinung zu bilden. Timmi hingegen ist sowas sowieso scheißegal, sagt er zumindest. Dabei ist schon seine Erscheinung etwas, dass ich bei so Sendungen wie Little Britain als natürlich erachten würde. 2 Meter groß, und während der größte Teil seines Körpers schlank gewachsen scheint, erscheint in Bauchnabelhöhe so etwas, dass an einem Medizinball erinnert, oder an den zweiten schwageren Mann. Mit Ende 40 versucht auch Timmi noch auf der Höhe der Zeit zu bleiben und deshalb trägt er zum meisst karrierten Thermohemd, Jeans (im Sommer kurze rote Addidas Sporthosen) ein ultahippes blau rot gelbes Base Cap. Dieses Arragement wird aber erst rund, wenn seine Blond gefärbten mittellangen Haare mit heftigen Seitendrang in alle Richtungen stehen.

So skurril seine Erscheinung, so abstrus können seine Ausführungen sein, zu den Themen die Ihn beschäftigen. Womit wir beim Anlass sind,  der mich geradezu nötigte, diese Zeilen zu verfassen.

Dienstag Morgen, 9:00 Uhr. Frühstückszeit. Im Tittenkalender geschmückten Aufenthaltsraum finden sich je nach Anwesenheit 5 – 20 Leute zum ersten Pusieren ein und selbstverständlich wird auch dort wie in tausenden anderen Frühstücksräumen über alle wichtigen Themen diskutiert, also Blitzer von Paris Hilton, Unfähigkeiten der jeweiligen abwesenden Kollegen und natürlich Sport. Fussball war der Auslöser für einen gerade Kaiser Franz würdigen Polteranfall von Timmi. Dabei hatte einer nur gefragt, ob jemand das Würgedrama von Werder gesehen hatte. Diese veranlasste Timmi dem unwürdigen Frage nicht nur die Welt zu erklären, sondern einmal grundlegend klarzustellen, dass wir eh alle doof sind. Folgender Monolog ist ein Gedächnisprotokoll, dass mir schon wieder die Lach Tränen in die Augen treibt.

“Es ist Frühstück. Ih möchte in meiner Pause nicht mit Fussball belästigt werden!
 *weiteres vor sich hingebrummel*
Pause …………………………………………….Pause
Sach mal, ich hätte Dich echt für intelligenter gehalten. Du musst doch einen Knall haben.
Fussball. Sowas guckst du dir an? Sach mal, du merkst doch nichts mehr. Weisst du eigentlich, was du da machst? Du schaust anderen bei der Arbeit zu.”

Versuche der Kollegen auch nur ansatzweise etwas zu sagen wurden durch das unglaublich lauten akustisches Organ unterbunden.

“Überleg doch mal, du gehst da hin und bezahlst dafür dass du zuschauen kannst, wie andere ihren Job machen. Oder meinst du, die kommen zum Spass auf den Sportplatz? Nein, die kriegen da Geld für. Und du Trottel gehst da hin und gibst denen da was für. Du hast einen Knall.
Pause …………………………………………….Pause”

Andere versuchen ihre Gespräche weiter zü führen da brichte es aus ihm heraus

“Genauso wie der Schumacher. Da tun sie alle so – Guckt wie toll der Fahren kann – und denken nicht einen Moment darüber nach, Maahaann, der kriegt da Kohle für. Das ist sein Job!! Und die Leute sind so doof und bezahlen dafür, dem bei der Arbeit zuzugugucken. Ich hab immer gesagt, wenn der Schummi sich auf die Autobahnbrücke stellt und mir bei der Arbeit zuschaut, dann schau ich mir auch Formel 1 an. Nicht eher. So ein Quatsch da.”

Irgendwie stiiler als sonst standen sie Leute auf um wieder an ihre Arbeit zu gehen, während ich mir die Lachtränen mühsam fortwischte. *g*

Und morgen Früh setzen wir das fort, am besten zum Thema ob er den Fernseher an hatte und den Moderatoren bei der Arbeit zugeschaut hat. *g*

 

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