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Sein oder Nichtsein: Peter Ramsauer stellt die Deutschenfrage

Es gibt Politiker, die erlauben sich Urlaube und verunfallen da, wodurch sie vermutlich bekannter werden als durch jene Politik, die sie machen. Dann aber gibt es auch solche, die scheinen es geradezu darauf anzulegen, im Dienst zu verunfallen durch die Ideen, die sie selbst in talkshow-armen Zeiten aus sich hinausposaunen.

Mit Peter Ramsauer, Landesgruppenchef seiner bayerischen CSU in Berlin hat – mal wieder – ein Christenmensch einen Geistesblitz öffentlich gemacht, der auf Ausländer oder solche, die er dafür hält zielt. Man solle, meint er, doch die Herkunft von Straftätern für die Statistik herausfinden.

Es sei, meint der Bayer, ein Rückgang bei ausländischen Straftätern nämlich möglicherweise nur dadurch zustandegekommen, daß sie als Deutsche betrachtet würden, weil sie die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Und das könne ja wohl nicht sein, weil das eventuell die richtigen Deutschen in ein schlechtes Licht rücke.

Was so tickt, scheint davon auszugehen, daß Kriminalität irgendwie eine Frage der (ethnischen) Herkunft sei, wahre Deutsche mithin wohl weniger kriminell sein könnten als die nicht ganz so echten Deutschen oder eben umgekehrt. Und vielleicht sind ja auch Oberbayern von Natur aus bessere Menschen als Sachsen?

Kurzum predigt Peter Ramsauer einen sehr seltsamen Rassismus, der gleich mehrere Fragen aufwirft. Wann beispielsweise gilt ihm ein Paß-Deutscher als echt? Ist, wessen Eltern vor Jahren einwanderten, weniger deutsch als, nun ja, Peter Ramsauer? Ab welcher Generation wird man echter Deutscher? Und was ist dann ein deutscher Paß wert?

Doch schlimmer noch – was würde der Bayer verkünden, belegten Statistiken, daß wahre Deutsche tendenziell krimineller sind als die weniger echten? Ja, könnte es sein, daß CSU-Politiker krimineller sind als “Kommunisten”? Hat Parteimitgliedschaft möglicherweise auch etwas mit Genen zu tun?

Fragen über Fragen, die vor allem eines belegen – nämlich die Unausgegorenheit Peter Ramsauers Vorschlag. Und wenigstens eine gewisse Durchdachtheit hätten Deutsche, ob echt oder nicht, verdient und weniger Unfälle.

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  1. 5. Januar 2009, 15:49 | #1

    Mittlerweile werden die Menschen mit “Migrationshintergrund” bei praktisch allen Statistiken gesondert ausgewiesen. Und wenn es um angebliche Armut, Benachteiligung bzw. Chancengleichheit geht, dann stürzt man sich wie wild auf die ermittelten Zahlen und will daraus politische Schlüsse ableiten.

    Bei der Kriminalitätsstatistik hingegen ist jeder gleich ein Ausländerfeind, der eine mögliche Korrelation beleuchtet haben will? Man mag von Herrn Ramsauer halten, was man will, aber das leuchtet mir nicht ganz ein.

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