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no-kids.org: Gefährliche Naivität

Gegen Blödheit, die kontraproduktiv ist und gefährlich, hilft, so traurig das ist, manchmal aber immerhin ein Editor.

hosts

  1. 7. Juli 2009, 22:22 | #1

    schon lustig. kaum ein paar stimmen zum thema und schon ist die seite ins nimmerland entschwunden. *g*

  2. 8. Juli 2009, 09:01 | #2

    Die no-kids.org FAQ, wie sie im Google-Cache zu finden ist, liefert genügend Widersprüche, um ein schnelles Ende der Aktion nur begrüßen zu können.

    Ein Szenario:

    Jemand, steht da, der eine “Fake-Datei” herunterladen würde, habe “wissentlich versucht eine kinderpornografische Datei herunter zu laden”, denn diese seien “so eindeutig benannt, dass wir solche Fehler [d.h. ein Versehen (tw_24)] mit hundertprozentiger Sicherheit ausschließen können”.

    Die eindeutigen Dateinamen, die nun also Kinderpornographen ohne jeden Zweifel identifizieren sollen, sollen aber umgekehrt für den, unter dessen IP sie angeboten werden, völlig “unbedenklich” sein. Behörden nämlich würden nicht nach Dateinamen suchen, sondern nach Hash-Werten ihnen schon bekannter Dateien.

    Das unterstellt einmal, daß es keine neuen oder auch nur veränderte kinderpornographischen Dateien gibt – eine etwas seltsame Annahme -, und zudem, daß Behörden schon hier dämlicher agieren als vermeintliche Kinderpornographen. Verlassen sollte man sich darauf nicht.

    Nun gibt es also möglicherweise schon die eine oder andere Liste, auf der eindeutige Dateinamen stehen und daneben IPs, unter denen sie angeboten wurden – und zwar gegebenenfalls massenhaft: “Über 60.000 versendeten Fake-Files [..] sind unserer Ansicht nach ein Erfolg.”

    Da muß man sich nicht anstrengen, um einen Anfangsverdacht konstruieren zu können. Und kommen nun die Ermittler zu den wackeren Anti-Kinderpornographen und schauen sich deren Festplatten an, so werden sie nichts finden, denn “bei der Nutzung von No-Kids.org kommt niemand mit echten kinderpornografischen Dateien in Berührung”.

    Nur ist sehr wohl fraglich, ob eine solche Begründung die Ermittler auch tatsächlich überzeugt und davon abzuhalten vermag, Technik erstmal sicherzustellen. Vor allem aber ist nicht mit Hilfe von no-kids.org zu rechnen, da dort wohl nicht aufgezeichnet wird (und werden darf), wann welche Fake-Datei nun welcher IP zugeordnet wurde.

    Mithin bleiben im ungünstigsten Fall jede Menge Indizien dafür, daß jemand, der an dieser Aktion sich beteiligte, ziemlich viele Dateien mit für Verwechslungen eigentlich viel zu eindeutigen Namen anbot. Und da die Fake-Dateien aber laut FAQ nie auf der eigenen Festplatte waren, können sie noch nichtmal zur eigenen Entlastung genutzt werden.

    Und wer sie andererseits eben vorsorglich dennoch herunterlädt, hat ja “wissentlich versucht eine kinderpornografische Datei herunter zu laden”, wie no-kids.org weiß. Das unterläßt man also auch besser.

    Muntere Ermittler wiederum, die ja ihre Listen haben, könnten auf den Gedanken kommen, ein Verdächtiger habe Dateien gelöscht oder vielleicht auf einer besonders gut versteckten externen Festplatte ausgelagert. Spätestens nun könnte es angesichts recht zahlreicher Indizien ausgesprochen schwierig werden, tatsächliche Unschuld auch zu beweisen, und das dann ja nicht unbedingt nur gegenüber Behörden

    Ganz nebenbei ist man zudem noch in allerlei Statistiken aufgetaucht, die beweisen, welch schlimmer Ort dieses verdammte Internet ist …

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