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Polizei im Bordell: Menschenwürde gerettet, Prostituierte obdachlos

“Gegen normale Bordelle”, spricht Ulrich Goll, FDP, habe er nichts. Aber dagegen, daß Mann zum Einheitspreis kann, so oft er eben mag und kann. Das sei, fürchtet der Justizminister Baden-Württembergs, Prostituierten nicht zuzumuten, es würde sie erniedrigen. Deshalb wurden vier sogenannte Flatrate-Bordelle mit polizeilichem Großaufgebot besucht.

Gefunden wurden zwar hygienische Mängel und in einem Fall ungewöhnlich viel Geld, aber nichts, was auf Menschenhandel oder Zwangsprostitution in nennenswertem Umfang schließen läßt. Die Menschenwürde, die Ulrich Goll verteidigen will, scheint gewahrt, die Sexarbeiterinnen verbitten sich gar “Hilfsaktionen” des liberalen TalibJustizministers.

Eine Folge des grandiosen Einsatzes zur Rettung “normaler Bordelle” wird so beschrieben:

“In Fellbach bei Stuttgart haben 80 Huren die Nacht zu Dienstag – in Decken gehüllt – im Freien verbracht. Sie mussten auf der Straße übernachten, eine entwürdigende Situation für die Frauen. Ein Polizeisprecher sagte, vermutlich hätten die Frauen sonst in dem Großbordell übernachtet.”

Aber wenigstens vor “menschenverachtendem Denken”, wie Christoph Palm, CDU, der Bürgermeister Fellbachs, es ausdrückt, wurden die auf der Straße Entwürdigten wohl gerettet. Ein großartiger Erfolg für alle ehrlich Rechtschaffenen. Für die gibt es im “normalen Bordell” die Mehrfach-Entspannung weiterhin gegen geringen Aufpreis …

tw_24 Gesellschaft, me, myself and i , , , ,

  1. 28. Juli 2009, 21:51 | #1

    Selten hab ich so eine verlogene Aktion erlebt. Überall heisst es sparen, und allen Scheiß gibts billiger. All you can eat, Geiz ist geil, Billig will ich, und dann dürfen ausgerechnet Nutten nicht pauschal poppen. Armes Deutschland.

    Und so nebenbei angemerkt. Bei den Akteuren auf Staatsseite hab ioch den Eindruck, das die schon lang nicht mehr Mehrfach Enstpannung erfahren haben, so unentspannt, wie die agieren. ;-)

  2. 29. Juli 2009, 08:35 | #2

    Wer nichts gegen das Geschäft mit sexuellen Dienstleistungen hat, aber eine Flatrate in diesem Bereich als menschenunwürdig betrachtet, müßte konsequenterweise wohl auch die gesamte (legale) Pornographiebranche mit Verboten belegen.

    Da bezahlt der Kunde eine Monatsgebühr und kann dann Bilder herunterladen und Videos. Tausende. Und mehrmals pro Woche oder gar Tag kommen während der Mitgliedschaft neue Videos und Bilder hinzu.

    Der Preis je Film/je Bilderserie sinkt dadurch regelmäßig. Die gebotene sexuelle Dienstleistung und ihre Erbringer werden jedoch nicht nur dadurch immer geringer geschätzt, sondern vor allem dadurch, daß Bilder und Videos ja unbegrenzt immer wieder konsumiert werden können.

    Wenn bei manchen Anbietern nichtmal ein Dollar pro Tag bezahlt werden muß für den Zugriff auf das Download-Archiv, steckt eigentlich schon in diesem Preis die pure Menschenverachtung. Und richtig entwürdigt werden Menschen, wenn man – ohne neu zu bezahlen – immer wieder anschaut, was man heruntergeladen hat.

    Und hier, schockschwerenot!, fallen mir Bücher ein. Die kann man einmal bezahlen, aber immer wieder lesen! Und mit jedem Lesen, das nichts kostet, wird der Autor ein wenig mehr geringgeschätzt, finanziell im Grunde gar nicht.

    Gleiches gilt natürlich auch für sonstige Medien, die wieder und wieder und immer wieder konsumiert werden (können), ohne daß deren Schöpfer etwas davon haben! Wenn das nicht entwürdigend ist …

    Also: Mehrfach lesbare Bücher müssen verboten werden, ebenso CDs, DVDs und sonstige Datenträger, natürlich auch Festplatten, Speichersticks, Papier und was sonst noch dabei hilft, die Schaffenden zu entwürdigen!

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