Aufklärung: Weshalb lieben Genossen die Taliban?
Es war, es ist nicht alles schlecht an den Taliban, meint Sven Dietrich, SPD-Parteirat, auf dem Parteitag seiner Partei in Dresden. Und gewiß kennt der Genosse Sven Dietrich die wahren Hintergründe von 9/11 und hätte sie gern mitgeteilt. Doch die Redezeit, sie war zu knapp bemessen …
Gut, daß es die deutsche Sozialdemokratie noch gibt.

Wer schmeißt denn da mit Lehm? Der sollte sich ´was schäm´n!
Etwa jemand, der die SPD um jeden Preis in den Dreck ziehen will? Den werde ich von nichts überzeugen können.
Für alle anderen sei klar gestellt:
Eine kurze Zeitlang haben die Taliban erfolgreich gegen den Anbau von Schlafmohn gekämpft. Dies rechtfertigt selbstverständlich keine ihrer Gewalttaten, keinen ihrer Morde, keinen ihrer Anschläge. Aber was richtig ist, muß ja wohl auch richtig bleiben!
Zu den Hintergründen des 11. September weiß ich nur, was allgemein bekannt ist. Es gibt Spuren, die zu afghanischen Taliban führen. Andere Spuren führen nach Pakistan, Saudi Arabien und Deutschland, insbesondere Hamburg. Wenn der Kommentarschreiber weitere, bisher unbekannte Spuren kennt, möge er sie mitteilen. Gerne lerne ich etwas dazu.
Ich nehme die Gefahren islamistischen Terrors Ernst, und zwar in Afghanistan und in Deutschland. Wer meine Rede aufmerksam bis zum Ende gehört hat, wird genau diese Sorge herausgehört haben.
Mit freundlichen Grüßen
Sven Dietrich
Mitglied des SPD-Parteirates
Hallo Herr Dietrich
Ich bin geradezu verwundert, mit welcher Leichtigkeit Sie Sätze hier einstreuen, die bei ähnlich gelagerten Themen Polikerkarrieren gekostet haben.
Erst möchte ich hier mal eines feststellen. Niemand will die SPD in den Dreck ziehen, immerhin war es auch meine Stimme, die einst einen Gerhard Schröder ins Amt hob. Ok, ein zweites Mal ist das, wie bei vielen anderen Wählern auch, dann nicht passiert, aber die Gründe dazu haben Sie bestimmt in Dresden auch erörtert. Aber in den Dreck zog sich die SPD ganz alleine.
Aber nun mal zum Punkt. “Aber was richtig ist, muß ja wohl auch richtig bleiben!” Ehrlich, ich hab gedacht ich les nicht richtig. Freundlich ausgedrück passt das in die gleiche Reihe wie die Aussagen von altgedienten SED Genossen, die noch heute faseln dass nicht alles schlecht war in der DDR und wie erfolgreich die … ach lassen wir das, den Satz können Sie leicht selbst zuende führen.
Darüber hinaus unterschlagen Sie dass das Zerstören der Schlafmohn-Plangagen – wenn es überhaupt in der Form so zu bezeichnen ist – in der gleichen Idiologie geschah, die Menschenrechte mit Füssen trat.
mit freundlichen Grüßen
Rene Welz
Hallo Herr Welz,
mit Namen diskutiert es sich gleich viel leichter.
Ich stimme Ihren Ausführungen dahingehend zu, dass Karrierepolitiker sich in Deutschland sehr genau überlegen müssen, wie hart sie an der Wirklichkeit segeln wollen. Schnell kann ein Punkt erreicht sein, wo Verdammungsrhetorik an die Stelle von Argumentationskultur tritt.
Besser wird unsere Gesellschaft dadurch jedoch nicht.
Der Parteitag von Dresden hat die Regierungszeit analysiert, hat Erfolge und Versagen herausgearbeitet. In meiner Rede zur Aussprache des Parteivorsitzenden habe ich ein sehr differenziertes Bild gezeichnet. Auch diese Rede steht im Netz. Gerhard Schröder glänzte auf dem Parteitag übrigens durch Abwesenheit – was sehr viel aussagt.
Ihr Hinweis auf die SED prallt an mir ab: Ich stamme ursprünglich aus der Bürgerbewegung und habe im Mai 1990 mein erstes politisches Mandat als Stadtverordneter für das Neue Forum gewonnen.
Bereits in meiner Afghanistan-Rede auf dem Parteitag habe ich festgestellt, dass die Taliban ihr Anbauverbot mit großer Brutalität durchgesetzt haben. Die Gewalt richtete sich dabei nicht nur gegen die Plantagen. Von rechtsstaatlichen Standards, wie wir sie in der westlichen Welt -mit Ausnahme von Guantanamo und seinesgleichen- kennen, konnte dabei keine Rede sein; dergleichen habe ich aber auch nicht behauptet.
Mit freundlichen Grüßen
Sven Dietrich