1.000 Jahre Roland Koch: Zwang macht glücklich
Roland Koch will eine Arbeitspflicht einführen. Nur durch Arbeit, und gemeint ist hier konkret die ‘unselbständige’, so die Überzeugung des “brutalstmöglichen Aufklärers” “jüdischer Nachlässe”, könne der Mensch sich verwirklichen, sich ‘integrieren’, ja, erst durch das Gefühl, ‘gebraucht zu werden’, und zwar zu explizit so bezeichneter “niederwertige[r] Arbeit, im Zweifel in einer öffentlichen Beschäftigung”, dürfe er glücklich sein. “In Deutschland gibt es Leistungen für jeden, notfalls lebenslang. Deshalb müssen wir Instrumente einsetzen, damit niemand das Leben von Hartz IV als angenehme Variante ansieht.” meint Roland Koch in einem Interview mit der Wirtschaftswoche.
Ob Hartz IV, benannt nach einem rechtskräftig verurteilten Freund eines ehemaligen deutschen Kanzlers, der gern sich ablichten läßt mit Despoten, die ihre eigene Bevölkerung zusammenknüppeln und -schießen lassen, “angenehm” ist, muß hier nicht weiter interessieren. Für Roland Koch macht offenbar Arbeit glücklich, die nicht etwa Verpflichtung ist, sondern Pflicht. Zwang ist “angenehm” auf dem Planeten Koch, Zwang nachzugeben wohl höchste Erfüllung. Wie weit entfernt ist Roland Koch von Zynismus und Menschenverachtung jener, die “Arbeit macht frei” zur Begrüßung zur Vernichtung durch “niederwertige Arbeit” bestimmter Menschen erdachten? Hat er vielleicht jene schon überholt?

Also das zur zeit strengste Mittel zur Aufnahme einer Arbeit ist ja die Streichung aller (HartzIV) Zahlungen. Mir erschließt sich nicht ganz was Koch da gern eingeführt sähe. Prügelstrafe, Steinigung oder Ausweisung nach Mallorca?
Obwohl es nicht meiner Art entspricht fäkalsprachliche Emotionen auszusprechen bzw. zu veröffentlichen gestehe ich hiermit dass ich sehr stark mit mir kämpfen muss um das zu vermeiden. Sobald die (Un)Person Koch in öffentliche Erscheinung tritt assoziiert sich bei mir der Vergleich zum Staatswesen vor 70 Jahren. Ich hoffe nur, dass es noch genug vernünftige Wähler in diesem Land gibt um diesen Lügenbold von der Öffentlichkeit fernzuhalten.
Mit gewisser Spannung bleibt nun abzuwarten, wie die Politik – und damit natürlich auch der Christenmensch Roland Koch – mit Blick auf ihre Zwangsarbeitsphantasien diese noch recht frischen Anregungen des BVerfG interpretieren werden: