Sind Bewohner der Zone wegen ihrer Sozialisation in der DDR eine Ethnie? Wer den “Heimatsender” MDR sich längere Zeit antut, muß zumindest zu dem Schluß kommen, daß Zoneninsassen doch manchmal recht seltsam sind. Doch reicht das, sie zum Volksstamm zu erklären, als dessen Angehörige sie deann auch im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) diskriminiert werden könnten aber eben nicht sollten? Ist born in the GDR also eine ethnische Herkunft?
Die Frage bewegt das Stuttgarter Arbeitsgericht und daneben natürlich die “Heimatpresse”. Für die in Chemnitz erscheinende Freie Presse, Nachfolgeblatt der SED-Zeitung Freie Presse, leidet Eva Prase gar fürchterbar und zählt auf, was zu einer echten Ossi-Vergangenheit zwar gehört, aber leider wohl besser verschwiegen werden sollte, um Benachteiligungen zu vermeiden:
“Wegzulassen ist unbedingt auch die Mitgliedschaft in der Gesellschaft für Sport und Technik. Das war die paramilitärische Jugendorganisation, die zur Militarisierung der Gesellschaft der DDR beitrug. Richtig. So steht es bei Wikipedia. Dass viele Mitglied wurden, weil sie da nahezu kostenlos die Fahrschulprüfung ablegen konnten, steht nirgendwo.”
Können vermutlich ostdeutsche Zeilenschinderinnen richtig recherchieren? Schauen wir mal nach, was die erwähnte Wikipedia zur Gesellschaft für Sport und Technik weiß:
“Die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) war eine paramilitärische Jugendorganisation in der DDR.”
Und nun schauen wir mal, ob in der gleichen Wikipedia erwähnt wird, was “nirgendwo” steht:
“Es bestand für Jugendliche durch eine Mitgliedschaft in der GST die Möglichkeit relativ problemlos und kostengünstig einen Führerschein für LKW, PKW, Motorrad oder Moped zu erlangen.”
Das steht so mindestens seit dem 30. Oktober 2009 im Wikipedia-Eintrag.
Diskriminieren wir nun Zonenbewohner, werfen wir der mutmaßlich ostdeutschen Eva Prase vor, es hätte etwas mit ihrer Herkunft zu tun, daß sie offenkundig zu dumm ist, Wikipedia zu lesen, und deshalb lügt?
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